Insektenschutz auf wissenschaftliche Basis stellen
Während des Oktober-Plenums hatten die Freien Demokraten einen weiteren Antrag aus der Reihe „Wer das Land ernährt, verdient Respekt“ eingebracht, und zwar zum Thema Insektenschutz. Die vom Bundesrat beschlossene Regelung, die weder Naturschützer noch Landwirte zufriedenstellt, hält die FDP für unausgereift, nicht zweckdienlich und in ihrer konsequenten Umsetzung schädlich für die heimische Landwirtschaft.
Das auf Bundesebene beschlossene Gesetzespaket sieht unter
anderem das Verbot bestimmter Pestizide und die Ausweisung von Schutzgebieten
vor. Bestimmte Landschaftsbestandteile und Biotope, wie Streuobstwiesen oder
Wälle, sollen besonders geschützt werden. Doch sehen weder Landwirte, noch
Naturschützer in den neuen Regeln einen echten Fortschritt, um die
Biodiversität zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Der ganze Prozess der
Erarbeitung wurde von massiven Protesten aus der Bauernschaft und den Verbänden
begleitet.
Zum einen werden die Bereiche Verkehr,
Windkraft, Lichtverschmutzung, welche ebenfalls ihren Anteil am Rückgang der
Insektenpopulation haben, nicht ausreichend gewürdigt, sondern die
Landwirtschaft zum Sündenbock erklärt. Zum anderen können die geplanten
Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden zu erheblichen Einnahmeausfällen
führen, bis hin zum Punkt an dem sich die Bewirtschaftung der Flächen nicht
mehr lohnt.
Dazu sagte Dirk Bergner im
Thüringer Landtag: „Wir fordern daher, die Insektenschutzpolitik auf der
Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aufzubauen. Alle möglichen
Wirkungspfade zu berücksichtigen, die den Zustand der Insekten beeinflussen
können. Alle Maßnahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse und einer Folgeabschätzung
zu unterziehen.“
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow forderte Dirk Bergner auf, sich als Bundesratspräsident für eine finanzielle Kompensation der im Insektenschutzgesetz geforderten Maßnahmen einzusetzen.
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